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Herkunft der Sibirischen Katze (Quelle: Tatjana SINIZYNA, Kommentatorin der RIA „Nowosti" )
Ausgebreitet haben sich unsere Katzen ausgehend von Ägypten. Von dort gelangten sie über den Mittleren Orient, die Türkei in die nördlichen Regionen der Erde. Sie entwickelten ein Haarkleid, welches sie vor Kälte und Nässe schützte. In Sibirien nennt man die Halblanghaarkatzen Sibirskaja Koschka oder eben Sibirische Katze. Weiter über Nordeuropa, wo sich die Norwegische Waldkatze entwickelte, gelangte sie entweder mit den Wikingern oder über die Aleuten (bildeten früher eine Festlandverbindung zwischen Alaska und Sibirien) nach Nordamerika, wo sich die Maine Coon entwickelte. Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich in den Verbreitungsgebieten ihr Aussehen.
Zum ersten Mal wurde die Sibiriskaja Koschka in einer Zeitung von 1895 erwähnt. Es handelte sich dabei um ein Pärchen blaugrauer Sibirischer Hauskatzen, welches im Zoo von Dresden lebte. In Brehms Tierleben von 1925 werden eine rote Tobolska-Katze und eine Kaukasische Kumanische Katze erwähnt. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Sibirischen Katzen bereits in Grossbritannien als Russisch Langhaar ausgestellt worden. Leider gerieten sie dann aber in Vergessenheit.
Die Felinologenbewegung in Russland ist noch sehr jung und zählt erst 19 Jahre. Sie begann in den Zeiten der gorbatschowschen Perestroika, in der Epoche einer weitgehenden Liberalisierung. Die Winde aus dem Westen brachten unter anderem auch ausländische Katzen aristokratischer Herkunft nach Russland. Damals entstanden auch die ersten Klubs von Katzenfreunden.
Am 17. Mai 1987 fand im Moskauer Sportkomplex Bitza die erste Katzenausstellung statt, mit der die Geschichte der russischen Felionolgie (Katzenkunde) begann. Danach wurde eine Katzenschau in Petersburg veranstaltet. Später erfasste die Katzenzucht wie eine Epidemie nahezu alle Großstädte.
Westlichen Experten, die die ersten Katzenausstellungen in Russland besuchten, fielen sofort die örtlichen Katzen mit dem halblangen Fell auf: die „sibirischen" Katzen. Junge „Sibirier" wurden nach Westen mitgenommen, und sofort brach ein Boom der sibirischen Katzen außerhalb Russlands aus. Die Zucht dieser Katzen im Westen brachte jedoch nur einen mäßigen Erfolg: Die russische Katze erwies sich genauso rätselhaft wie die russische Seele.
Das stürmische Interesse von Ausländern für die sibirische Katze inspirierte russische Fachleute. Es war alles andere als einfach, ein nationales Katzenideal unter den Bedingungen eines sozialen Zusammenbruchs und der überaus harten Wirtschaftskrise der Neunzigerjahre, als sehr viele Menschen nur ums Überleben besorgt waren, zu züchten. Dennoch fanden sich Enthusiasten, die dieses Ziel unbeirrt ansteuerten.
Heute ist die sibirische Katze der Stolz der russischen Felinologie. Viel Aufmerksamkeit widmeten die Sankt Petersburger Experten dieser Rasse. Die sibirische Rasse wurde 1987 vom einheimischen Verband offiziell registriert. Gleichzeitig wurde eine neue Farbvariante eingetragen - der sibirische Colorpoint. Diese Art erhielt ihren Namen nach der Newa, an deren Mündung Sankt Petersburg steht: „Newa-Maskerade". An dieser Katze kann man schwer emotionslos vorbeigehen: Sie zeichnet sich durch Charme und Edelmut aus, zugleich übernahm sie auch die dominanten Charakterzüge der sibirischen Rasse - Energie und Eigenwilligkeit.
Die sibirische Katze ist auch heute die bedeutendste unter den russischen Katzenrassen. Sie ist groß, hat starke muskulöse Pfoten, schöne runde Augen und ein beneidenswertes warmes Fell. Diese Katzen sind überall in Russland anzutreffen. Besonders stark sind sie aber in Sibirien und im Fernen Osten verbreitet. Allein in den Klubs sind 4 500 sibirische Katzen registriert, wie viele leben aber ohne jede Registrierung! In einem jeden sibirischen Dorf findet man bestimmt einen riesigen prachtvollen Kater.
Ansonsten hatte man in Russland im Laufe der ganzen Geschichte nicht viel für die Katzen übrig. Sie waren sich selbst überlassen. Sie wurden zwar nicht verteufelt und nicht lebendig verbrannt, aber auch nicht angebetet.
Mit den Katzen sind in Russland etliche Traditionen und Aberglauben verbunden. So lässt man, wenn man ein neues Haus bezieht, stets eine Katze zuerst über die Schwelle gehen - das soll dem Haus Glück bringen. Besonders beliebt waren rotbraune Katzen - als ein Symbol von Erfolg und Reichtum. Die weißen galten als majestätisch, die schwarzen hatten weniger Glück, denn sie wurden als Unheilsboten angesehen. Dieser Aberglaube existiert aber heute praktisch nicht mehr, auch die schwarzen Katzen konnten sich vor den Menschen rehabilitieren - zumindest in Russland.
Maine Coon und Norwegische Waldkatzen werden schon seit vielen Jahren gezüchtet, während die Sibirische Katze erst nach Öffnung des Eisernen Vorhangs In Europa bekannt wurde. Der WCF (World Cat Federation) hat die Sibirier zusammen mit der Neva Masquarade 1992 anerkannt. Die Sibirische Katze gehört zu den wenigen Rassen, die nicht künstlich gezüchtet wurde. Eine Verpaarung mit anderen Rassen ist daher strikt verboten.
Wesen
Inzwischen erfreut sich die Rasse weltweit einer immer stärker werdenden Beliebtheit bei Züchtern und Liebhabern. Diese Beliebtheit verdanken die sibirischen Katzen ihrer aussergewöhnlichen Robustheit und Natürlichkeit, ihrer Anpassungsfähigkeit und ihrem ausgesprochen liebevollen Wesen. Im rauen Sibirien, mit langen und kalten Wintertagen, wo nicht nur die Menschen zusammenrücken, suchte sie die Nähe des Menschen. Dieses Verhalten hat sie auch in der warmen Wohnstube beibehalten. Diese ist ihr selbstverständlich lieber als das frostige Sibirien. Das Wesen der Sibirischen Katze ist sehr vielfältig. Sie ist anhänglich, feinfühlig bis temperamentvoll, gesellig und verspielt und hinreißend liebenswürdig und hat eigentlich immer eine Geschichte auf Lager, die sie zu erzählen weiß. Der Kontakt zu anderen Tiergattungen fällt ihr nicht schwer, sie findet in fast jedem Tier einen Spiel- oder Kuschelgenossen. Sie lässt sich problemlos sowohl in der Wohnung wie auch im Freilauf halten. Als Wohnungskatze sollte sie, ihrem Temperament entsprechend, jedoch unbedingt einige Klettermöglichkeiten haben. Klettern ist ihre große Leidenschaft, diese Rasse ohne einen Kratzbaum in der Wohnung zu halten, gilt als Sünde.
Farben
Das Farbspektrum umfasst Rot, Crème, Blau, Schwarz, Schildpatt und Blau-Crème (mit oder ohne Tabby-Zeichnung, silberweisse Unterwolle (smoke oder silver) oder weisse Markierungen). Erlaubt sind die drei Tabby-Muster klassisch/gefleckt, getupft und gestreift.
Anders als bei den Norwegischen Waldkatzen und den Maine Coons ist bei den Sibirischen Katzen – eine Maskenzeichnung (Pointvariante) erlaubt. Tiere dieser Zeichnung nennt man NEVA MASQUARADE. Die Sibirische Katze Neva Masquerade ist keine eigenständige Rasse, sondern eine Farbvariante der Sibirschen Katze, die schon in der UdSSR gezüchtet wurde. In dem Gebiet des Flusses Neva in der Nähe von St. Petersburg, tauchte diese Katze zum ersten mal auf. Erst nach 1990 kamen die ersten Tiere nach Deutschland und begeisterten durch ihre Natürlichkeit, ihren menschenfreundlichen Charakter, ihr pflegeleichtes Fell und ihre strahlend blauen Augen.
Aussehen
Die Sibirische Katze ist eine mittelgroße Katze, muskulös und kräftig. Sie hat eine rechteckige Körperform auf kräftigen nicht zu hohen Beinen. Zwischen den Zehen hat sie sogenannte Schneeschuhe, d.h. sie hat Fellbüschel zwischen den Zehen. Der Kopf ist gut proportioniert. Die Augenfarbe ist grün- und bernsteinfarben, Ausnahmen stellen lediglich weiße Katzen und/oder Katzen mit Van-Zeichnung dar. Bei der Neva Masquarade müssen die Augen blau sein, von hellblau bis wünschenswerter Weise dunkelblau. Der Schwanz ist buschig behaart und muss bis zum Schulterblatt reichen. Im Sommer trägt sie nur spärliche Unterwolle, die im Winter dicht, aber fein in der Struktur, wird. Das Deckhaar ist länger als die Unterwolle und wasserabweisend. Ihr Winterfell ist besonders lang unter dem Bauch, am Hals, an Brust, den Hosen und am Schwanz. Der Nacken und die Schultern sind kürzer behaart. Am Rücken ist das Fell dicht, fest, glänzend und länger. Ihr Fell neigt daher nicht so stark zum Verfilzen wie bei der Perserkatze und ist deshalb im allgemeinen sehr pflegeleicht. Dem Fell ist lediglich in den Zeiten des Haarwechsels eine erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken.
Standard
Im Original können Sie diesen Standard auf der Seite der WCF (http://www.wcf-online.de) unter der Rubrik Standard nachlesen.
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